Wer bin ich? Kunststoffe und Eiweiß

Der Herzchirurg und Forscher Stephen Westaby wollte verstehen, warum manche Menschen nach einer Operation mit der Herz-Lungen-Maschine krank wirkten, obwohl die Operation gut verlaufen war.

Die Herz-Lungen-Maschine pumpt das Blut durch Schläuche und Filter aus Kunststoff. Kunststoffe bestehen aus vielen kleinen Bausteinen, den Monomeren. Blut trifft dabei plötzlich nicht mehr auf die Innenwand der Blutgefäße, sondern auf Stoffe wie Nylon.

Stephen Westaby stellte fest: Manche Eiweiße (Proteine) im Blut – also große Moleküle aus vielen Aminosäuren – verändern sich leicht, wenn sie an diesen Kunststoffen entlangströmen oder kurz daran haften. Das Immunsystem erkennt die veränderten Eiweiße manchmal als „ungewöhnlich“ und startet eine Art Alarmreaktion. Dadurch kann es zu Entzündungen kommen.

Vereinfacht gesagt:

Eiweiß + Kontakt mit Kunststoffoberfläche → Eiweiß verändert leicht seine Form → Körper schlägt Alarm

Westabys Arbeit half dabei, bessere Materialien für Herz-Lungen-Maschinen zu entwickeln, damit das Blut möglichst wenig gereizt wird. Heute versucht man Kunststoffe zu verwenden, die sich für das Blut „freundlicher“ verhalten.

https://www.bbc.co.uk/programmes/m002smwh