Sizilien in den Herbstferien – CO2 Emissionen berechnen

Herbstferien – aber wie kommen wir nach Sizilien?

Alex: Meine Eltern haben Ja gesagt! Wir dürfen in den Herbstferien zusammen weg. Aber nur, wenn wir alle zusammen fahren und auch zusammenbleiben.

Conny: Meine auch.

Sam: Meine ebenfalls. Also: Wohin?

Alex: SIZILIEN! 🌞 Ich will Sonne, Meer und Wärme. Auf gar keinen Fall zwei Wochen Regen.

Conny: Sizilien wäre cool. Aber ich fliege nicht. Fliegen ist viel zu schlecht fürs Klima.

Alex: Super. Dann laufen wir nach Sizilien. 😂

Sam: Wir könnten eine Mittelmeer-Kreuzfahrt machen. Da kommen wir auch nach Italien.

Alex: Kreuzfahrt?! Das ist doch Urlaub für Omas mit ihren Enkeln.

Conny: Moment mal. Du schlägst eine Kreuzfahrt vor, aber Fliegen ist dir zu klimaschädlich?

Sam: Okay, stimmt. Schlechte Idee. Eine Kreuzfahrt kann fürs Klima ähnlich schlimm oder sogar schlimmer sein als Fliegen.

Alex: Hä? Aber ein Schiff fährt doch sowieso. Und da passen Tausende Leute drauf.

Conny: Genau. Und eine Fähre ist doch auch ein großes Schiff. Dann kann die doch nicht plötzlich viel besser sein.

Sam: Doch. Aber man muss vergleichen, wie viel eine Reise pro Person verursacht.

Alex: Und wie rechnest du das aus?

Sam: Mit CO₂-Äquivalenten. Man schreibt meistens kg CO₂e. Damit kann man verschiedene Treibhausgase zusammenrechnen, als würden sie eine bestimmte Menge CO₂ verursachen.

Conny: Und woher weißt du dann, wie viel unsere Reise verursacht?

Sam: Im Grunde ist es immer dieselbe Rechnung:

Menge × Emissionsfaktor = CO₂e

Alex: Das klingt verdächtig nach Mathe.

Sam: Ist aber ziemlich einfach. Bei einer Zugfahrt nehme ich zum Beispiel die Kilometer, die eine Person fährt, und multipliziere sie mit dem CO₂-Ausstoß pro Person und Kilometer.

Conny: Also zum Beispiel 800 Kilometer Zugfahrt mal irgendeinen Wert pro Kilometer?

Sam: Genau. Beim Flug funktioniert es ähnlich: Flugstrecke mal Emissionen pro Person und Kilometer. Beim Fliegen berücksichtigt man außerdem, dass Abgase in großer Höhe zusätzliche Klimawirkungen haben können. Deshalb rechnet man besser mit CO₂-Äquivalenten und nicht nur mit dem reinen CO₂ aus dem Kerosin.

Alex: Und beim Auto?

Sam: Da muss man aufpassen. Ein Auto stößt erstmal pro gefahrenem Kilometer etwas aus. Wenn vier Personen drin sitzen, teile ich diesen Ausstoß durch vier. Wenn nur eine Person fährt, trägt diese Person praktisch alles allein.

Conny: Deshalb ist ein volles Auto besser pro Person als ein leeres.

Sam: Genau.

Alex: Und das Hotel?

Sam: Da brauche ich gar keine Kilometer. Da rechne ich einfach:

Anzahl der Übernachtungen × CO₂e pro Gast und Nacht.

Ein einfaches Hotel braucht zum Beispiel Energie fürs Heizen, Warmwasser, Licht, Waschen und Frühstück.

Conny: Und bei der Fähre?

Sam: Ähnlich wie beim Zug. Man kann mit der Strecke und einem Wert pro Passagierkilometer rechnen. Bei manchen Berechnungen gibt es auch direkt einen Wert pro Passagier für eine bestimmte Fährfahrt.

Alex: Aber die Fähre hat doch auch Kabinen und Restaurants.

Sam: Genau. Deshalb ist sie meistens schlechter als ein Zug. Aber bei einer Nachtfähre bekommen wir gleichzeitig Transport und Übernachtung. Wenn wir auf der Fähre schlafen, brauchen wir in dieser Nacht kein Hotel an Land.

Conny: Ah! Deshalb darf man nicht einfach nur Zug gegen Fähre vergleichen. Man muss die ganze Reise vergleichen.

Sam: Genau. Wenn Reise A eine Hotelnacht mehr braucht als Reise B, muss die Hotelnacht auch mit in die Rechnung.

Alex: Und warum ist dann die Kreuzfahrt so viel schlechter?

Sam: Stellt euch eine Fähre wie ein fahrendes Budget-Hotel vor. Bett, Dusche, Restaurant – aber der Hauptzweck ist, Menschen und Fahrzeuge von A nach B zu bringen.

Conny: Und die Kreuzfahrt?

Sam: Eher wie ein fahrendes Luxushotel mit Freizeitpark. Große Restaurants, Pools, Shows, Bars, Klimaanlagen, riesige Gemeinschaftsräume und jede Menge Freizeitangebote. Das alles braucht Energie.

Alex: Und das ganze Ding muss dann auch noch übers Meer bewegt werden.

Sam: Genau. Und Wasser bremst ein Schiff ziemlich stark. Ein riesiges Schiff schnell durchs Wasser zu bewegen braucht sehr viel Energie.

Conny: Okay. Fähre heißt also: Wir müssen sowieso nach Sizilien und schlafen dabei gleich auf dem Schiff.

Sam: Genau. Deshalb ist eine Nachtfähre als Fußgänger etwas völlig anderes als eine Kreuzfahrtnacht.

Alex: Gut. Dann brauchen wir jetzt einen Plan, bei dem ich trotzdem nach Sizilien komme.

Sam: Wir fahren zuerst mit dem Zug nach München.

Conny: 👍

Sam: Von München nehmen wir einen Nachtzug nach Genua. Wir schlafen also, während wir durch die Alpen nach Italien fahren.

Alex: Das klingt tatsächlich ziemlich cool.

Sam: In Genua nehmen wir die Nachtfähre nach Sizilien. Wieder fahren und schlafen gleichzeitig.

Conny: Kein Flug. Gefällt mir.

Alex: Moment. Und zurück? Wenn wir das alles rückwärts machen, sind wir ja ewig unterwegs.

Sam: Da könnten wir einen Kompromiss machen. Von Sizilien nehmen wir noch einmal eine Fähre Richtung Rom.

Alex: Und dann?

Sam: Das letzte Stück fliegen wir nach Hause.

Conny: Fliegen wollte ich eigentlich komplett vermeiden.

Sam: Klar. Aber wir können anschließend beide Varianten ausrechnen.

Alex: Welche?

Sam: Einmal Hin- und Rückflug nach Sizilien. Und einmal unsere Reise mit Zug, Nachtzug, Fähren und nur einem Flug zurück.

Conny: Dann sehen wir, wie groß der Unterschied tatsächlich ist.

Sam: Genau. Wir rechnen einfach für jeden Abschnitt die CO₂-Äquivalente aus und addieren alles:

Zug + Fähre + Hotel + Auto + Flug = CO₂e der gesamten Reise.

Alex: Und wenn bei einer Variante eine Hotelnacht wegfällt, kommt sie dort eben nicht dazu.

Sam: Genau.

Conny: Okay. Damit kann ich leben. Es muss ja nicht perfekt sein, um deutlich besser zu sein.

Alex: Also: Nachtzug, Nachtfähren, Sizilien und nur einmal fliegen?

Sam: Abgemacht.

Alex: Aber ich sage jetzt schon: Wenn es auf Sizilien eine Woche regnet, seid ihr beide schuld.

Sam: Und wenn du auf der Fähre beim Bingo mitspielst, erzählen wir allen, dass du Kreuzfahrten für Omas und Enkel toll findest.

Alex: 😂😂😂