Tunesien in den Herbstferien – CO2 Emissionen berechnen

Alex: Meine Eltern haben Ja gesagt! Wir dürfen in den Herbstferien zusammen weg. Aber nur, wenn wir alle zusammen fahren und auch zusammenbleiben.

Conny: Meine auch.

Sam: Meine ebenfalls. Also: Wohin?

Alex: TUNESIEN! 🌞 Ich will Sonne, Strand und Wärme. Wenn wir schon Herbstferien haben, will ich nicht irgendwo im Regen sitzen.

Conny: Tunesien wäre cool. Aber ich fliege nicht. Fliegen ist viel zu schlecht fürs Klima.

Alex: Das liegt allerdings auf der anderen Seite des Mittelmeers.

Sam: Wir könnten eine Mittelmeer-Kreuzfahrt machen. Dann kommen wir auch nach Nordafrika.

Alex: Kreuzfahrt?! Das ist doch Urlaub für Omas mit ihren Enkeln.

Conny: Moment mal. Du schlägst eine Kreuzfahrt vor, aber Fliegen ist dir zu klimaschädlich?

Sam: Okay, stimmt. Schlechte Idee. Eine Kreuzfahrt kann fürs Klima ähnlich schlimm oder sogar schlimmer sein als Fliegen.

Alex: Hä? Aber ein Schiff fährt doch sowieso. Und da passen Tausende Leute drauf.

Conny: Genau. Und wenn eine Kreuzfahrt so schlimm ist, müsste eine Fähre doch auch schlimm sein.

Sam: Nicht unbedingt. Wir müssen vergleichen, wie viel eine Reise pro Person verursacht.

Alex: Und wie willst du das ausrechnen?

Sam: Mit CO₂-Äquivalenten. Man schreibt meistens kg CO₂e. Damit können wir verschiedene Treibhausgase zusammenrechnen, als würden sie eine bestimmte Menge CO₂ verursachen.

Conny: Und wie berechnet man das für eine Reise?

Sam: Im Grunde immer nach derselben Idee:

Menge × Emissionsfaktor = CO₂e

Alex: Klingt verdächtig nach Mathe.

Sam: Ist aber ziemlich einfach. Bei einer Zugfahrt nehmen wir die Kilometer, die eine Person fährt, und multiplizieren sie mit dem CO₂-Ausstoß pro Person und Kilometer.

Conny: Also zum Beispiel 500 Kilometer Zugfahrt mal CO₂e pro Person und Kilometer?

Sam: Genau. Beim Flug machen wir es ähnlich: Flugstrecke mal Emissionen pro Person und Kilometer. Beim Fliegen berücksichtigen wir zusätzlich, dass Abgase in großer Höhe weitere Auswirkungen auf das Klima haben können. Deshalb rechnen wir mit CO₂-Äquivalenten und nicht nur mit dem CO₂ aus dem verbrannten Kerosin.

Alex: Und beim Auto?

Sam: Beim Auto rechnen wir zunächst den Ausstoß für die gefahrenen Kilometer. Dann ist aber wichtig, wie viele Menschen im Auto sitzen. Wenn vier Personen mitfahren, verteilt sich der Ausstoß auf vier Personen. Fährt nur einer, muss er praktisch den ganzen Wert alleine tragen.

Conny: Deshalb kann ein voll besetztes Auto pro Person viel besser abschneiden als ein Auto mit nur einem Fahrer.

Sam: Genau.

Alex: Und ein Hotel fährt überhaupt keine Kilometer.

Sam: Deshalb rechnen wir dort anders:

Anzahl der Übernachtungen × CO₂e pro Gast und Nacht.

Ein Hotel braucht schließlich Energie für Heizung oder Klimaanlage, Warmwasser, Beleuchtung, Wäsche und vieles mehr.

Conny: Und die Fähre?

Sam: Bei der Fähre können wir wieder mit der zurückgelegten Strecke und einem Emissionswert pro Passagier rechnen.

Alex: Aber auf einer Nachtfähre gibt es doch auch Kabinen, Restaurants und Duschen.

Sam: Richtig. Deshalb verursacht sie mehr als nur den reinen Transport. Aber sie hat einen Vorteil: Wenn wir nachts auf der Fähre schlafen, brauchen wir in dieser Nacht kein Hotel an Land.

Conny: Wir müssen also immer die gesamte Reise vergleichen und nicht nur einzelne Verkehrsmittel.

Sam: Genau!

Alex: Aber ich verstehe immer noch nicht, warum Kreuzfahrt und Fähre so unterschiedlich sein sollen.

Sam: Stellt euch eine Fähre wie ein fahrendes Budget-Hotel vor. Es gibt Betten, Duschen und ein Restaurant. Aber der Hauptzweck ist, Menschen und Fahrzeuge von A nach B zu bringen.

Conny: Und ein Kreuzfahrtschiff?

Sam: Das ist eher ein fahrendes Luxushotel mit Freizeitpark. Große Restaurants, Pools, Shows, Bars, riesige Gemeinschaftsräume und jede Menge Freizeitangebote. Das alles braucht Energie.

Alex: Und dann muss dieser riesige Freizeitpark auch noch durchs Meer fahren.

Sam: Genau. Ein riesiges Schiff durchs Wasser zu bewegen braucht sehr viel Energie.

Conny: Okay. Dann also keine Kreuzfahrt.

Alex: Schön. Und wie kommen wir dann nach Tunesien?

Sam: Erst fahren wir mit dem Zug nach Paris.

Alex: Paris nehme ich. 🥐

Sam: Von dort fahren wir weiter mit dem Nachtzug nach Marseille. Während wir schlafen, kommen wir ans Mittelmeer.

Conny: 👍

Sam: Und von Marseille nehmen wir die Nachtfähre nach Tunesien.

Alex: Das heißt: Abends Frankreich, auf dem Schiff schlafen und dann Afrika?

Sam: Genau.

Alex: Das ist tatsächlich cooler als ein Flughafen.

Conny: Und wir sind ohne Flug bis Tunesien gekommen.

Alex: Aber wir müssen auch wieder zurück. Wenn wir den ganzen Weg rückwärts fahren, brauchen wir ewig.

Sam: Dann machen wir einen Kompromiss. Zurück nehmen wir eine Fähre von Tunis nach Civitavecchia bei Rom.

Conny: Also wieder über Nacht übers Mittelmeer?

Sam: Genau. Damit haben wir den größten Teil des Rückwegs schon geschafft.

Alex: Und von Rom?

Sam: Von dort fliegen wir das letzte Stück nach Deutschland.

Conny: Fliegen wollte ich eigentlich komplett vermeiden.

Sam: Klar. Aber wir können anschließend beide Varianten ausrechnen.

Alex: Welche?

Sam: Erstens: Hin- und Rückflug nach Tunesien.

Und zweitens: Züge + Nachtzug + Fähren + nur ein Flug von Rom zurück.

Conny: Dann sehen wir, wie viel CO₂e unser Kompromiss tatsächlich einspart.

Sam: Genau. Für jeden Abschnitt rechnen wir die CO₂-Äquivalente aus und addieren anschließend alles:

Zug + Fähre + Hotel + Auto + Flug = CO₂e der gesamten Reise.

Alex: Und wenn wir im Nachtzug oder auf der Nachtfähre schlafen, brauchen wir dort keine zusätzliche Hotelnacht.

Sam: Genau. Deshalb müssen wir bei einem fairen Vergleich auch die Übernachtungen berücksichtigen.

Conny: Okay. Damit kann ich leben. Es muss ja nicht perfekt sein, um deutlich besser zu sein.

Alex: Also Paris, Nachtzug, Marseille, mit dem Schiff nach Afrika, Tunesien, mit dem Schiff nach Rom und einmal fliegen?

Sam: Abgemacht.

Alex: Und wenn es in Tunesien regnet, seid wieder ihr beide schuld.

Conny: Wenn es regnet, berechnen wir einfach den CO₂-Fußabdruck deines Regenschirms.

Alex: 😂