Aufgabe zu unterschiedlichen Bremswegen durch adaptive System

Petra:
Alex, ehrlich… warum fährst du heute so langsam? Wenn du allein unterwegs bist, bist du doch sonst flotter.

Horst:
Ja, wir kommen noch zu spät! Ein bisschen mehr Gas wäre schon drin.

Alex (ruhig):
Schon. Aber nicht heute. Nicht mit euch beiden im Auto.

Petra:
Was soll das heißen?

Alex:
Naja… mein Auto ist von 1994. Das ist sicher – für damalige Verhältnisse. Aber nicht vergleichbar mit einem von heute.

Horst:
Jetzt übertreibst du aber. Das Ding hat doch Airbags und Gurte.

Alex:
Ja, schon. Aber keine richtig adaptiven Systeme. Die sind eher auf den „Durchschnittsmenschen“ ausgelegt.

Petra:
Durchschnittsmensch?

Alex:
So ein imaginärer Mensch: ungefähr 1,75 groß, etwa 75 Kilo. Also… ungefähr ich.

Horst (grinst):
Na super. Und ich bin dann zu groß, oder was?

Alex:
Physikalisch gesehen: ja, ein bisschen. Und Petra eher zu leicht.

Petra:
Moment mal. Heißt das, ich bin schlechter geschützt?

Alex:
In meinem alten Auto leider ja. Die Gurte und Airbags waren früher für Leute wie mich optimiert. Für kleinere Personen war das manchmal zu hart.

Petra (nickt):
Das habe ich mal gelesen. Dass erst später speziell für Frauen geforscht wurde.

Alex:
Genau. Erst viel später. Früher hat man gedacht: „Passt schon für alle.“

Horst :
Dann fährst du für Petra also langsamer und nicht für mich? Ich bin dann doch in deinem Auto optimal geschützt? Ich wiege 90 Kilo. Wenn die Systeme heute „weicher“ werden, bin ich dann in meinem neuem Auto nicht schlechter geschützt?

Alex:
Gute Frage. Aber genau das Gegenteil ist der Fall.

Petra:
Wie meinst du das? Sind die Systeme noch härter geworden?

Alex:
Nein moderne Autos sind einfach klüger. Sie messen viel mehr: Sitzposition, Gurtspannung, Verzögerung.
Wenn jemand schwerer ist, gibt das System nicht zu früh nach.
Wenn jemand leichter ist, wird es nicht zu hart.

Horst:
Also wird für mich extra „fester“ gehalten?

Petra:

Und für mich ist der Gurt weicher eingestellt?

Alex:
Sozusagen. Kontrolliert fester für dich Horst. Damit du nicht zu weit nach vorne fliegst

Horst:
Und bei Petra?

Alex:
Da gibt das System früher nach, damit die Kräfte kleiner bleiben.

Petra:
Klingt logisch.

Alex:
Im Physikunterricht hieß das:
Längerer Bremsweg → kleinere Kraft.

Horst:
Ach ja…F=m⋅a?

Alex (lacht):
Genau! Siehst du, du kannst es doch.

Petra:
Und dein Auto kann das alles nicht?

Alex:
Nicht wirklich. Es bremst uns alle ziemlich ähnlich ab. Egal ob 60, 75 oder 90 Kilo.

Horst:
Also bist du vorsichtig, weil wir hier nicht optimal geschützt sind.

Alex:
Exakt.

Petra (seufzt):
Okay… dann fahre ruhig weiter so. Lieber fünf Minuten zu spät als gar nicht.